Begriffspaar Mobil/Immobil in der Architekturwelt

Begriffspaar Mobil/Immobil in der Architekturwelt

Ein Interview mit Architekt Markus Penell Büro Ortner & Ortner für Baukunst

Wie baut man eigentlich ein Hotel? Worauf kommt es an? Wir wollen das vermutlich beste Hotel der Welt bauen und haben Markus Penell, den geschäftsführenden Gesellschafter von Ortner & Ortner dazu ein paar Fragen gestellt. Das Büro Ortner & Ortner Büro für Baukunst ist Partner in Architekturfragen für „Das vermutlich beste Hotel der Welt“.

Wie werden die beiden Begriffe in der Welt der Architektur verhandelt?

Markus Penell:
Das Gegenteil von immobil ist auch Möbel. Die Verwendung ist prinzipiell konservativ. Immobilien sind immobil. Menschen und Möbel sind mobil.
Es gibt im Hotelbau sogenannte FE/FF Listen. FE sind feste Einbauten, FF sind bewegliche Ausstattung.

Wie muss eine Immobilie beschaffen sein, um gleichzeitig eine Mobilitätswende zu denken?

Markus Penell:
Ein Hotel in der Mobilitätswende muss öffentlich gut erreichbar sein. Am besten in der Nähe von Bahnhöfen bzw. Haltestellen. Es muss Stellplätze für Rikschas anbieten und für die Logistik an Last-Mile-Konzepte angebunden werden. Am besten ein Mobility-Hub mit Vollausstattung in einer Tactical-Urbanism Zone.

Ein gutes Hotel bietet Angebote und Konvergenzen, zum Beispiel Arbeitsräume, um Bewegungen zu vermeiden. Im Idealfall spielt dieses Szenario in einer 5 bis 15 Minuten-Stadt.

Und nun vielleicht ein paar Gedanken zur Mobilität und dem eigenen Erschließen der Welt?

Markus Penell:
Laufend erschließt man sich Städte und Gärten und in beiden Fällen kommen der Garten und die Stadt in Bewegung. In einem Fall mit der Ausstattung Natur, im anderen Fall mit dem urbanen Setting, also Häusern. Zusammenhänge erschließen sich. Wer denkt da nicht an die Passage aus „Der Himmel über Berlin“ und die Auslassung zum Anhalter-Bahnhof, wo nicht die Züge anhalten, sondern der Bahnhof?

Und in aller Kürze etwas zu den verschiedenen Hotelgattungen?

Markus Penell:
Hotels sind wirklich Immobilien. Hotelketten arbeiten mit dem Modell eines globalen „Coming Home“. Heimatklone.

Individuelle oder moderne Hotels arbeiten mit Vernetzung im Umfeld, Ressorthotels mit der Landschaft, Stadthotels wiederum mit dem Kontext oder Geschichte.

Aus: Kapitel #3 – Ich will mein MOBILE!


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