Category : Newsletter

Kapitel #5 – Architektur

Liebe Mitreisende,
mit unserem fünften Newsletter fragen wir:
Was macht die Architektur eines Hotels aus?

Abb. „Einweckglas“ HRC 1970

Wie nennen wir die Dinge, wenn sie anders sein sollen?
Wie könnten die Zimmer heißen, die keine Zimmer mehr sind? Suite? Flucht? Wie die Rezeption, wie die Lobby? Wie sieht es überhaupt aus? Lieber ein Hotelgebäude oder Chalets?
Wir starten also eine Ausschreibung: Entwurf für Hotel gesucht. Offener Wettbewerb: Nachhaltig. Ethisch. Es soll sich in die Landschaft einpassen und wie ein architektonischer Entwurf zukunftsweisend den Atem rauben! Material aus Vorstellung und Imagination – natürlich gewachsen und abbaubar. Für Kinder, Senioren, Suchende, Naturliebhaberinnen: also Reisende. Wellness, Workshops und Handwerk beherbergen. Kulinarik. Temporäre Hotelheimat bieten und doch schwerelos, leicht, mobil, überall möglich sein. Hotel als Netzwerk. Gelände. Dorf. Vorstellung. Würden Sie eine Zeitspanne Hotel buchen? Ein Stück zukünftige Erinnerungen? Oder einen Suitemoment?

Was soll man in unserem Hotel buchen können?

Zunächst haben wir uns einmal daran orientiert, was es schon gibt, um etwas völlig Neues zu denken. Wir haben uns das älteste Hotel der Welt angesehen und waren dafür in Japan.
Das „Nishiyama Onsen Keiunkan“ liegt tief in den Bergen verfügt über Tatamiböden, Personal in Kimonos und Schilder mit handgeschriebener Kalligrafie. Die Zeit ist hier stehen geblieben. Der Legende nach entdeckte der älteste Sohn der mächtigsten Adelsfamilie jener Zeit auf einer Wanderung heiße Quellen und baute kurzerhand um diese ein Hotel, das im Jahr 705 seinen ersten Gast beherbergte. Seitdem ist es als Familienbetrieb geöffnet. Trotz Renovierung und harter Konkurrenz durch Billiganbieter in der Region steht das älteste Hotel der Welt auf der Wunschliste vieler internationaler Reisender und bemüht sich, seinen 1.300 Jahre alten Traditionen treu zu bleiben.
Die Fenster sind so groß, dass der Blick auf den Wald wie ein Gemälde an der Wand wirkt. Unten fließt ein großer Fluss und Dampfschwaden verweisen auf die sechs heißen Quellen. Draußen fängt ein Mann mit einer Angelrute Fische für das Abendessen. Die Natur ist zwar draußen, spielt aber in den Innenräumen eine wichtige Rolle: Die Fußböden sind aus lokalem Stein, die Bäder aus Holz und die Innenbäder sind mit dekorativen Pflanzen bestickt. Mit diesen Bildern im Kopf wenden wir uns unserem Vorhaben zu. Was können wir übernehmen, was neu denken, was revolutionieren?

Wir haben dazu unseren Architekten, Markus Penell befragt und er gab uns Antworten, die vom Detail, vom Kleinen, das Große denken lassen:

Abb 1. Skizze Haus haut ab

Hotel, keines
Das vermutlich beste Hotel der Welt entsteht auf einem Feld. Oder vielleicht doch besser nicht. Denn: was ist an einem Hotel auf einem Feld besser als an keinem Hotel auf einem Feld. Sicher nicht die Aussicht und besser wird der Boden sicher auch nicht.

Abb 2. Skizze Teppich schwebt

Teppich, liegend
Der liegende Teppich ist das Sinnbild des gastlichen Empfanges (der vorübergehend ausgerollte Teppich), der Gastlichkeit und des Wohlbefindens. Zumindest einer Behaglichkeit, die unter freiem Himmel sogar einen Zustand optimaler Luftqualität erreicht. Fast schwebend.

Abb 3. Skizze Einfacher Teppich, floral (place to be)

Teppich II
Der Teppich schont den Boden, er gehört praktisch dem Boden und tarnt sich durch florale Muster. Mit einem Teppich unter dem Arm kann man auf das Feld schreiten und einen place to be, einen provisorischen Ort auslegen, um auf schöne Weise da zu sein. Der Teppich ist hierbei als Extrakt anzusehen und reist mit.

Studie des Fraunhofer Instituts

In Kooperation mit dem Fraunhofer Institut I AO präsentieren wir ausgewählte Umfrageergebnisse auf der Suche nach dem Hotel der Zukunft:

Wie sehr stimmen Sie dieser Aussage zu?
„Mein Hotel besteht nicht nur aus einem Gebäude, sondern aus einem Netzwerk verteilter Räume, das sich über den gesamten Urlaubsort erstreckt. Der Empfang findet in einem Café statt, mein Zimmer ist in einem Wohnhaus, in dem auch Heimische wohnen und meine Verpflegung bekomme ich in Cafés oder familiengeführten Restaurants direkt nebenan.“

Die Antworten:
Stimme zu 51,6%
Stimme dagegen 24,2%

Wie hätten Sie abgestimmt?

Ihr vermutlich bestes Hotel-Team der Welt

  • Stimmen aus der Hotellobby: Übernachten Sie lieber im Hotel oder woanders?


    BETTINA: „Ich übernachte lieber in Ferienwohnungen, wenn sie gemütlich und schön sind, z.B. mit einem großen Küchentisch.
    Wobei ein Hotel auch so seine Wirkung haben kann. Es gibt einen Sex-Appeal-Effekt, wenn so frische Hotelbetten mit weißer Wäsche vorbereitet sind.
    Aber eben auch so ein Würgereiz, wenn es nach kaltem Rauch, der von süßem Parfüm übertüncht ist, riecht.“

  • Das Betthupferl auf dem Kopfkissen in der Wiese

    Wer entscheidet eigentlich, welche Kunst in den Hotelzimmern hängt? Nur eingeschworene Kenner wissen, dass man das Bild heimlich abnehmen muss, um die wahren Schätze auf der Rückseite zu entdecken. Stellen Sie sich vor, Sie machen eine Geschäftsreise und wissen von der geheimen Bildervielfalt. Eines Tages entdecken Sie auf der Rückseite eines Bildes die Profilzeichnung eines Mannes, der Ihnen bekannt vorkommt. Seltsam genug, aber im nächsten Hotel 200 Kilometer weiter, wieder dieselbe Zeichnung, nur dieses Mal Ihr eigenes Profil…

Die vermutlich besten Tipps zum Aus>>>checken
#5

Weitere Kapitel

Stimmen aus der Hotellobby: Übernachten Sie lieber im Hotel oder woanders?


BETTINA: „Ich übernachte lieber in Ferienwohnungen, wenn sie gemütlich und schön sind, z.B. mit einem großen Küchentisch.
Wobei ein Hotel auch so seine Wirkung haben kann. Es gibt einen Sex-Appeal-Effekt, wenn so frische Hotelbetten mit weißer Wäsche vorbereitet sind.
Aber eben auch so ein Würgereiz, wenn es nach kaltem Rauch, der von süßem Parfüm übertüncht ist, riecht.“

Das Betthupferl auf dem Kopfkissen in der Wiese

Wer entscheidet eigentlich, welche Kunst in den Hotelzimmern hängt? Nur eingeschworene Kenner wissen, dass man das Bild heimlich abnehmen muss, um die wahren Schätze auf der Rückseite zu entdecken. Stellen Sie sich vor, Sie machen eine Geschäftsreise und wissen von der geheimen Bildervielfalt. Eines Tages entdecken Sie auf der Rückseite eines Bildes die Profilzeichnung eines Mannes, der Ihnen bekannt vorkommt. Seltsam genug, aber im nächsten Hotel 200 Kilometer weiter, wieder dieselbe Zeichnung, nur dieses Mal Ihr eigenes Profil…

Neulich beim Einchecken #4

„Überall auf der Welt leiden Hotelzimmer unter drei unheilbaren Krankheiten: Zwanzig-Watt-Birnen, ab Mitte April wird nicht mehr geheizt und die Kissen sind mit irgendwas zwischen Holz und Rohgummi gefüllt.“
Was Ephraim Kishon beim Einchecken gesagt hat

Kapitel #4 – Was ist Hotel?

Liebe Mitreisende,

mit unserem vierten Newsletter fragen wir:
Was ist ein Hotel?

Jetzt stellen wir uns einmal blöd:  

Ein Hotel ist ein Haus, das an einem Ort steht, an dem man meist nicht wohnt und in dem man gegen Bezahlung übernachten kann. Hotel kann alles sein. Bruchbude oder Palast. Sehnsuchtsort oder Notwendigkeit. Die Ansprüche an dieses Haus, in dem man übernachten kann, sind so vielfältig wie die Vielfalt menschlicher Charaktere. Die Erlebnisse, die im Hotel stattfinden auch. Übernachten heißt nicht schlafen.

Wie schlafe ich im Hotel, was brauche ich dafür? Habe ich mein eigenes Kissen dabei?

Was erwarte ich von einem Zimmer? Die Idee des Betthupferls, woher kommt die?

Wie viel Platz benötige ich? An welchem Punkt ekele ich mich davor, dass andere kurz vor mir in einem Zimmer gewohnt haben? Bin ich beruflich unterwegs? Alleine? Oder bin ich mit der Familie, den Kindern, dem Hund, den Eltern unterwegs?

Bin ich alleine unterwegs, weil ich Urlaub von den Menschen brauche?

Übernachten Sie lieber in Hotels oder anderen Unterkünften?

Im Gegensatz zu allen weiteren Buchungsoptionen von Zimmer und Apartment ist Hotel immer auch Mythos. Die Rezeption kann noch so unterirdisch sein, das Einchecken hat etwas von der Phantastik des Reisens. Und das wirklich global. Hotel. Im Idealfall Flucht vor Alltag wie Abwasch und Steuererklärung. Es hat Wände und Betten und Zimmerservice und Festnetztelefone. Gibt es heute noch einen Termin im Spa? Ich würde gerne eine Massage und eine Gesichtsbehandlung buchen!

Will ich eine neue Kultur, ein anderes Land kennenlernen oder bin ich zu Besuch, weil ich auf eine Beerdigung muss? Ist in diesem Zimmer ein Mensch gestorben? Ein Mensch gezeugt worden? Habe ich eine Affäre? Suche ich ein Abenteuer?

Brauche ich eine Minibar? Und wenn ja, was soll da drin sein? Wie laut darf es im Zimmer sein? Kann ich die Klimaanlage auch ausstellen?

Ich habe die Bibel, die im Nachtisch war, vor mein Zimmer gelegt, ist das OK?

Kann ich eine Extra-Kleiderstange haben, um meine Abendgarderobe aufzuhängen?

Wünsche, die in Hotels entstehen, sind vielfältig und erzählen mehr über den Gast als das Hotel. Deshalb interessieren wir uns dafür!

Was gibt es nur in Hotelzimmern, das Sie auch gerne zu Hause hätten?

Eindeutig scheint zu sein, wann das erste „Grand Hotel“ eröffnete: vor genau 250 Jahren 1774 in London. Hier gab es Suiten mit eigenem Badezuber und Daunendecken. Mit dem Kurwesen und dem Gründerzeitboom wird das Hotelwesen schnell zu einer Erfolgsgeschichte. Aber auch vorher gab es natürlich für Pilger und Handelsreisende Herbergen und oft räudige Zimmer. Manchen gilt das Hōshi Ryokan als das älteste Hotel der Welt: Mit Spa und seit 781 immer noch in den Händen der selben Familie in Japan!

Also: Hotel ist Herberge mit Lobby und Gastraum? Im Hotel Garni gibts nur Frühstück, Hostel ist Hotel für Budgetgäste im Mehrbettzimmer – und Motel, da schläft das Auto mit. Hotel kann so verschieden sein – von schmutzigen Löchern in Bahnhofsvierteln bis zum denkbar größten Luxus, dem Hotelturm und Wahrzeichen von Dubai mit gar nicht möglichen  ******* (7) Sternen.

Hotel ist betreutes Schlafen im fremden Bett gegen Geld? Aber das ist ja auch jede Ferienwohnung.

Was macht also den Unterschied?

Bleiben Sie dran!

Ihr vermutlich bestes Hotel-Team der Welt


Die vermutlich besten Tipps zum Aus>>>checken
#4

Welche Reisebegleitung darf bei Ihnen nicht fehlen?

Weitere Kapitel

Stimmen aus der Hotellobby: Warum Reisen?

Wir haben gefragt, Sie haben geantwortet:

Weitere Stimmen aus der Hotellobby